Der Zugang zum paulinischen Messianismus ist uns durch verschiedene Umstände erschwert.
Montag, 7. März 2016
Sonntag, 6. März 2016
19
In vorsäkularer, religiöser Zeit werden Glaube und Vernunft insofern als Einheit wahrgenommen, als dass das Göttliche selbstverständlich als das der Weltwirklichkeit Vorausliegende, die Weltwirklichkeit Bestimmende und sie Durchdringende gilt. Göttliches und Wirkliches werden ganz unterschiedlich vorgestellt, ebenso die Verbindung zwischen beiden. Manche sehen das Göttliche eher in den Ideen der Vernunft, andere eher in den natürlichen Erscheinungen abgebildet. Immer aber verstehen sich Glaube und Vernunft als komplementäre Interpretationseinheit, die beide gemeinsam darum ringen, wie das Göttliche im Wirklichen und damit das Wohl von Welt und Mensch zu realisieren sei. Dabei nennt die Theologie das Vorausliegende Gott, die Philosophie spricht eher unpersönlich von Metaphysik.
Samstag, 5. März 2016
18
Rudolf Bultmanns theologisch begründetes Entmythologisierungsprogramm hat nicht nur den biblischen Texten, sondern religiösen (Offenbarungs-)Texten überhaupt jede hermeneutische Tiefe und damit alle geheimnisvolle „Herrlichkeit“ (Karl Jaspers) genommen.
17
Wenn wir von Selbstbewusstsein sprechen, dann meinen wir üblicherweise, dass Menschen sich ihres Wertes, ihrer Besonderheiten und Stärken bewusst sind. In einer ermutigenden Wendung dieses Begriffs wollen wir dann deutlich machen, dass Menschen ihr Selbstbewusstsein in Haltung und Handlung ausdrücken und ihre damit verbundenen Ziele verwirklichen sollen. Also: "werde, der Du bist".
Freitag, 4. März 2016
16
Es ist nicht unerheblich, dass das frühe Christentum in weltanschauliche und politische Krisen hinein entwickelt wird. Das antike Denken und seine Verheißungen verlieren ihre Überzeugungskraft, die politische Weltordnung als Pax Romana wird brüchig. In diesem Verfallsprozess bietet sich die neue Religion zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert zunehmend als Zuflucht und Rettung an.
15
Nach dem Damaskus-Ereignis zieht Paulus sich erst einmal mehr als 10 Jahre aus der Öffentlichkeit zurück. Von dieser Zeit wissen wir nichts - bis auf die wenigen kryptischen Andeutungen, die Paulus später in seinen Briefen hinterlässt.
Donnerstag, 3. März 2016
14
Eine andere Analogie zwischen Isaak und Jesus, Morija und Golgatha lässt sich denken: Abraham hat nicht im Glauben damit gerechnet, dass er Isaak letztlich doch nicht opfern müsste. Er hat ihn wirklich glaubend geopfert, während er zugleich glaubend ins nun wieder völlig Unbestimmte hinein an der Erfüllung göttlicher Verheißung festhielt. Als Gleichnis dafür, dass das Verheißene tatsächlich etwas ganz anderes ist, als das in der Weltwirklichkeit Empfangene, wurde ihm Isaak wiedergegeben (Jak 2,21; Hebr 11,17-19).
Mittwoch, 2. März 2016
13
Das Christentum hat uns an eine eigentümliche Pointierung des messianischen Ereignisses gewöhnt: Es gibt insofern eine Analogie zwischen Isaak und Jesus, Morija und Golgatha, als dass nach diesen Ereignissen das Verheißene in der Weltwirklichkeit (wieder) empfangen werden darf. Nach Jesus, so sagt man uns, ist der reale Empfang des Verheißenen sogar ohne jedes weitere Opfer möglich. Und mehr noch: Über die jüdische Vorstellung hinausgehend wird das Verheißene nicht nur ganz weltlich gedacht. Inkarnationstheologisch wird sogar das Göttliche im Weltwirklichen als kommend behauptet. Würde Paulus mit dieser Idee konfrontiert, er würde ihr ins Angesicht widerstehen.
Dienstag, 1. März 2016
12
Wie kann es gelingen, einen Anderen von meiner eigenen Interpretation der Wirklichkeit zu überzeugen?
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Es kommt nicht von ungefähr, dass Pippi Langstrumpf allein in einem Haus am Rande einer namenlosen Stadt wohnt. Sag Deinen Kindern "Sei Du selbst" (was auch immer das ist) - dann füllst Du die Welt mit bunten, aber einsamen und unzuverlässigen Langstrümpfen.