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Dienstag, 14. Juli 2026

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Rückblick auf die vergangenen Monate. Warum ich derzeit den messianischen Gedanken nicht weiterdenken kann. Warum mir die messianischen Worte fehlen.

Die wohl letzte berufliche Veränderung hat ihren Gültigkeitstribut gefordert. Dies alles unter regelrecht abstoßenden Bedingungen. Selten hat mir die vorgefundene Wirklichkeit so umfassend und unerbittlich jede Anknüpfung verweigert. Man könnte auch sagen: Die Wirklichkeit zeigt sich mir in vollkommener Differenz. Dessen ungeachtet habe ich mich eingelassen, habe mich gestellt, als gäbe es so etwas wie einen Ruf. Was darin nach Geltung, nach Behauptung verlangt, ist leicht zu durchschauen. Ein letztes Aufbäumen meiner Natur, zugleich meiner religiösen Prägung. Ich verweigere eine letzte existenzielle Hürde, ein letztes, nun endgültig unvermeidliches Loslassen, das endgültige Loslassen eines Berufenseins. Glücklicherweise auch hier erneut die immer gleiche Erfahrung: Was ich zu empfangen erwarte, empfange ich nicht. Was ich zu geben fähig und bereit bin, hat weder Zeit noch Raum. Das übliche, resonanzloses Gebaren. Glücklicherweise eine diesmal bloß noch kurze und schwache religiöse Irritation, die flüchtige und doch immer wieder bedrückende Sorge, die Hand an den Pflug gelegt, aber irgendwann irgendwo zurückgeschaut zu haben, daher nicht geschickt, nicht tauglich zu sein für einen vergangenen, nun verlorenen Ruf.
Einen Augenblick habe ich den messianischen Faden verloren. Oder besser: fallen lassen. Es war eine Art letztes Experiment vor der letzten, vielleicht höchsten Schwelle. Wider alle Erkenntnis, wider alle Erfahrung habe ich der Wirklichkeit eine letzte Chance einräumen wollen. Verloren habe ich dabei jede messianische Entspannung, jede messianische Souveränität. Daher gilt es nun, den Faden wieder aufzunehmen. Die letzte und höchste Schwelle mutig zu überschreiten und die Pilgerreise fortzusetzen. Nicht als Berufener, sondern als Herausgerufener (siehe Nr. 308, 538, 708, 819, 1149).

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