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Dienstag, 8. Januar 2019

431

Am vergangenen Wochenende Wintereinbruch in Südbayern. Es soll auch in den kommenden Tagen weiter schneien.

Sonntag, 6. Januar 2019

430

Hiobs Theologie: Gott gibt sich selbst dadurch die Ehre, dass er es den Zumutungen der Weltwirklichkeit (und ihrer Götter) nicht gestattet, den Glauben Hiobs zu überwinden. Sein und Existenz sind theatrum gloriae dei. Max Weber bezeichnet diese Theologie als rationale Lösung des Theodizee-Problems. Tatsächlich hat diese Theologie ihre ganz eigene Rationalität. Allerdings eine Rationalität, die zu maximaler Entselbstung herausfordert – begriffen als maximale Unabhängigkeit vom natürlichen Selbst.

Dienstag, 1. Januar 2019

429

Angenehm an Festtagen und -zeiten ist mir vor allem die nachträgliche Beseitigung ihrer Spuren. Die Rückkehr zur Schlichtheit und Selbstverständlichkeit des Alltäglichen.
Unangenehm an Festtagen und -zeiten ist mir vor allem die nachträgliche Unsichtbarkeit ihrer Spuren. Ihre Restlosigkeit angesichts der Banalität und Mechanik des Alltäglichen.

Sonntag, 23. Dezember 2018

428

Kaum zu glauben, aber ich habe durchaus auch einen Zugang zum Traditionellen, sogar zum Ästhetischen. Baum und Krippe, beides schmückt auch in unserer Familie alljährlich zu Weihnachten das Wohnzimmer. Weniger aus symbolischen, eher aus traditionellen und ästhetischen Gründen. Allerdings stehe ich auch dafür, die Brüchigkeit dieser Gründe bewusst zu halten, Brüche in diese Gründe bewusst einzufügen.

Samstag, 22. Dezember 2018

427

Aldi-Einkauf. Während ich meinen Einkaufswagen auf den Eingang zuschiebe, verlässt ein Mann mittleren Alters den Discounter. Phänotypisch erinnert er stark an Slavoj Žižek. Seine äußere Erscheinung lässt intuitiv vermuten, dass er die vergangene Nacht im Schlafsack unter irgendeiner Brücke verbracht hat und dass er nach seinem Einkauf dorthin zurückkehren wird. Er trägt ein hellblaues T-Shirt mit weißer Aufschrift: „Denken ist wie saufen. Nur krasser.“ Der Mann ist mir spontan sympathisch und vertraut. Er trägt sein Shirt wohl kaum aus modischen oder humoristischen Gründen. Eher ist der weiße Satz auf blauem Grund ein geradezu existenzielles Bekenntnis. Wahrheit und Hilferuf zugleich. Mit der Flut möglicher Analogien, die sich darin verbergen, ließen sich viele Seiten füllen. Denken – mehr noch als saufen ein aus Verzweiflung geborener Sturz in den Ab-Grund. Und manchmal hilft allein der kalte Entzug.

Dienstag, 18. Dezember 2018

426

Ein kurzer Gedanke zur (möglichen) reservativen Kritik hetero-, homo- oder anderssexueller Bestimmtheit und Praxis.

425

Von jeder ideologischen oder moralischen, auch von jeder politischen und sozialen Gültigkeit, die sich kulturell durchgesetzt hat oder durchzusetzen beginnt, gilt es kritisch Abstand zu nehmen und zu wahren. Weil sich hinter allem, was kulturelle Gültigkeit wird, immer auch zur Absolutheit strebende Mächte verbergen, denen kulturelle Gültigkeiten auf irgendeine Weise nützlich sind. Die sich verabsolutierenden Mächte können personaler oder systemischer Natur sein. Kulturelle Gültigkeiten dienen der Ermächtigung und Machtsicherung von Einzelnen, Gruppen oder Systemen.

Dienstag, 11. Dezember 2018

424

Entdeckung des Tages – heute von meiner Frau, mitgebracht aus der Münchener U-Bahn: Inzwischen gehören wir zu einer Generation, die in öffentlichen Verkehrsmitteln nur noch für einen sehr kleinen Kreis möglicher Kandidaten aus Gründen der Höflichkeit den Platz räumen muss. Manche kulturellen, sozialen, moralischen Ansprüche lassen mit zunehmendem Alter nach. Cool.

Mittwoch, 5. Dezember 2018

423

Hatte kürzlich die Druckfahnen des Jahrbuchs Innere Führung 2018 auf dem Tisch – es erscheint in den nächsten Tagen. Darin meine Kritik an Uwe Hartmanns Der gute Soldat, (aus der Reihe "Standpunkte und Orientierungen" des Miles-Verlages), zugleich auch eine pointierte Antikritik des von mir sehr geschätzten Historikers Klaus Naumann.

Montag, 26. November 2018

422

Bohemian Rhapsody angeschaut. Mit gutem Grund hatte ich angenommen, mich diesem Film alleine stellen und ohne Begleitung ins Kino gehen zu müssen. Ich war davon ausgegangen, dass der Film manches aufwühlen würde. Und so war es dann auch.