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Freitag, 16. September 2016

151

Wie können wir uns in einer Weltwirklichkeit der Gleich-Gültigkeiten noch halten? Durch Interpretation (Wirklichkeitsanschauung), Tugend (Disziplin) oder Medikamente (Drogen). Ich bevorzuge die Interpretation.

Montag, 12. September 2016

150

Reservatives Leben ereignet sich in Raum und Zeit, also in Relativität und Veränderung. Da gibt es nicht bessere oder schlechtere, nicht rückständige oder fortschrittliche Zustände. Es gibt lediglich relative und veränderliche Zustände des Leids und des Glücks, mit denen es umzugehen, denen gegenüber es Unabhängigkeit, Freiheit zu wahren gilt.

149

Von der Existenz aus dem Denken herausgerissen, ist der Weg zurück zunehmend lang und beschwerlich. Zumal ich (bloß) durch- und querschnittlich begabt bin. Ich folge und gehorche keinem Dämon.

Montag, 5. September 2016

Mittwoch, 10. August 2016

147

Liebe ist die Freiheit von sich selbst für den anderen. Selbstsein und Fürsein werden an Grenzen, spätestens jenseits von Grenzen zum Widerspruch. Ein Widerspruch, der sich zuletzt nicht durch Disziplin, sondern allein durch Liebe halten lässt.

Mittwoch, 3. August 2016

146

Ruhe und Distanz zum bislang Formulierten tun gut. Gegenwärtig scheint (wieder einmal) meine Existenz mein Denken zu überholen – wo ich doch mit der denkenden Aufarbeitung des Gewesenen erst ansatzweise begonnen habe.

Sonntag, 24. Juli 2016

145

Hab die öffentliche Auffindbarkeit des Blogs erst einmal wieder zurückgenommen. Weiß gerade noch nicht so recht, wie es hier weitergehen kann. Muss einiges über- und weiterdenken.

Freitag, 22. Juli 2016

144

Der Weg in ein nicht-repräsentatives, nicht-materialistisches Leben und Zusammenleben ist ein Holzweg im Sinne Heideggers: „Holz lautet ein alter Name für Wald. Im Holz sind Wege, die meist verwachsen jäh im Unbegangenen aufhören. Sie heißen Holzwege“. Den Holzweg der Reservation hat schon einmal jemand beschritten, aber das ist lange her. Der Weg ist anstrengend, einsam, beängstigend. Doch „er führt zu den Quellen“ (Heidegger). Nicht zu Quellen von Sein und Existenz, nicht zu Quellen des Todes, sondern zu Quellen des Aufgehoben- und Überwundenseins von Sein und Existenz, zu Quellen des Lebens.

Donnerstag, 21. Juli 2016

143

Mündigkeit und Autonomie sind Ideale, denen keine Wirklichkeit je entsprechen wird. Nur wenige sind zur Freiheit begabt und willens. Die große Mehrheit funktioniert – gesteuert durch Reize und Regeln, die sie mit Freiheit verwechselt.

142

Auf die Einträge seit Februar zurückblickend, habe ich den Eindruck, bislang lediglich Fragmente einer unvollständigen Einleitung formuliert zu haben. Aber immerhin. Was nun folgen müsste, wäre die Existenzialisierung und Politisierung eines reservativ interpretierten Evangeliums. Was mir allerdings dazu fehlt, ist die Gelegenheit. Oder ein wenig dramatischer: Dem steht meine Existenz gegenwärtig im Wege.