Sonntag, 17. Mai 2026
1207
Im Urlaub auch noch einmal Zeit gefunden für den Besuch eines Buchladens. Beim Blick über die gleich-gültige Vielfalt der Publikationen unter den Rubriken Religion, Psychologie und Lebenshilfe ein kurzer Gedanke: Es sind nicht so sehr die zahllosen vereinzelten Erzählungen, in denen sich unsere Hilflosigkeit, unsere Ohnmacht Ausdruck verschafft. Die Vielfalt der kleinen Erzählungen ist kein neues Phänomen. Neu ist, dass diese Erzählungen eine Großerzählung als übergeordnete Referenz verloren haben. Und neu ist, dass dieser Verlust nicht mehr als solcher wahrgenommen wird. Unsere Hilflosigkeit äußert sich somit vor allem im fehlenden Bewusstsein für das, was fehlt. Unsere Ohnmacht ist nun eine wesentlich unbewusste. Diese wesentliche Bewusstlosigkeit ist zugleich Mitursache für die Hybris in unseren Kleinerzählungen.
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